Es gibt Orte, die einen sofort umarmen, sobald man den ersten Fuß auf ihr Pflaster setzt. Trondheim ist genau so ein Ort. Es ist nicht die lauteste Stadt Norwegens und vielleicht auch nicht die erste, die einem bei der Reiseplanung in den Sinn kommt (alle schauen immer nur auf Bergen oder die Lofoten). Aber genau das macht ihren Charme aus. Trondheim ist entspannt, bunt und voller Geschichte, ohne dabei verstaubt zu wirken.
Für mich fühlt sich ein Besuch in Trondheim immer wie ein tiefes Durchatmen an. Die Luft ist klar, das Licht im Norden hat diese ganz besondere Qualität, und die Menschen haben eine Ruhe, die sofort ansteckend wirkt.
Ein Spaziergang durch die Geschichte (und bunten Gassen)
Das Herzstück der Stadt ist natürlich der Nidarosdom. Man muss nicht religiös sein, um von diesem Bauwerk beeindruckt zu sein. Es ist die nördlichste gotische Kathedrale der Welt und wenn man davor steht und an der dunklen, detailreichen Fassade hochblickt, spürt man förmlich die Jahrhunderte. Hier wurden norwegische Könige gekrönt, und Pilger wandern seit dem Mittelalter hierher.
Aber mein persönliches Highlight liegt gleich auf der anderen Seite der alten Stadtbrücke (Gamle Bybro). Wenn du über das rote Holztor gehst, landest du in Bakklandet. Dieser Stadtteil ist wie aus einem Bilderbuch gefallen. Kopfsteinpflaster, kleine Cafés und diese wunderschönen, alten Holzhäuser in Gelb, Rot und Weiß, die sich am Fluss Nidelva aneinanderreihen.
Hier kann man Stunden verbringen. Einfach nur in einem Café sitzen, eine Zimtschnecke essen und den Einheimischen zusehen, wie sie ihre Fahrräder den steilen Hügel hinaufschieben – oder den berühmten Fahrradlift benutzen (ja, den gibt es hier wirklich!).
Kulinarik im hohen Norden
Früher dachte man bei norwegischem Essen vielleicht nur an getrockneten Fisch und Kartoffeln. Aber Trondheim hat sich in den letzten Jahren heimlich zur “Food Capital” Norwegens gemausert. Es wimmelt nur so von innovativen Restaurants, die lokale Zutaten aus dem Trøndelag in echte Kunstwerke verwandeln.
Vom Michelin-Stern bis zum gemütlichen Burger-Laden ist alles dabei. Was ich besonders liebe, ist der Fokus auf lokale Produkte. Die Meeresfrüchte schmecken, als wären sie vor fünf Minuten noch im Fjord geschwommen, und das Wild kommt direkt aus den umliegenden Wäldern. Ein Abendessen hier ist nicht nur Nahrungsaufnahme, es ist ein Erlebnis.
Wie man am besten hinkommt
Die Reise nach Trondheim ist oft schon ein Abenteuer für sich. Viele Wege führen in die drittgrößte Stadt Norwegens. Die Zugfahrt über das Dovrefjell-Gebirge ist spektakulär (vielleicht sieht man sogar einen Moschusochsen!), aber für viele Norwegen-Fans gehört das Wasser einfach dazu.
Die Stadt ist ein wichtiger Hafen für die berühmten Postschiffe von Hurtigruten und Havila, die täglich anlegen. Es hat etwas Magisches, sich der Stadt vom Fjord aus zu nähern und die bunte Skyline langsam näherkommen zu sehen. Wer seine Reise plant und verschiedene Optionen über das Wasser prüft, findet oft spannende Möglichkeiten für eine Fähre nach Trondheim oder eine Kombination aus Anreise und Küstenfahrt, um entspannt im hohen Norden anzukommen.
Warum Trondheim auf deine Liste gehört
Es ist diese Mischung aus studentischem Leben – Trondheim ist eine riesige Universitätsstadt – und alter Tradition, die den Vibe hier so einzigartig macht. Du kannst am Morgen in einer Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert stehen und am Abend in einer Craft-Beer-Bar sitzen, in der die Playlist von Studenten kuratiert wird.
Trondheim ist groß genug, um viel zu erleben, aber klein genug, um sich nicht verloren zu fühlen. Es ist der perfekte Stopp auf einer Reise in den Norden oder ein wunderbares Ziel für einen entspannten Citytrip, bei dem man einfach mal die Seele baumeln lassen kann. Pack warme Kleidung ein und lass dich verzaubern.







