Vanguard, der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt, vollzieht eine überraschende Kehrtwende. Nach Jahren der Ablehnung gegenüber digitalen Vermögenswerten öffnet das Unternehmen nun sein Handelsangebot für regulierte Kryptofonds. Das ist großes Bitcoin News, denn die Akzeptanz von Kryptowährungen durch traditionelle Finanzinstitute nimmt deutlich zu.
Konservativer Gigant öffnet doch die Tür für Bitcoin und Ethereum
Mit mehr als elf Billionen Dollar unter Verwaltung galt Vanguard lange als Inbegriff finanzieller Vorsicht, besonders wenn es um Kryptowährungen ging. Selbst nach der Genehmigung der ersten Spot-Bitcoin-ETF in den USA hielt das Unternehmen an seiner strikten Ablehnung fest. Der damalige CEO Tim Buckley bezeichnete Bitcoin als „zu spekulativ“ und ungeeignet für Altersvorsorgeportfolios. Eine Kursänderung sei nur möglich, „wenn sich die Anlageklasse selbst verändert“.
Unter der neuen Führung von Salim Ramji, ehemaliger Leiter der ETF-Sparte bei BlackRock, schlägt Vanguard nun jedoch einen anderen Weg ein. Ab dieser Woche können Kunden in kryptobasierte Fonds investieren, die den US-Regulierungsstandards entsprechen. Dazu zählen Produkte, die Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Ripple (XRP) oder Solana (SOL) abbilden.
Druck von Anlegern und Erfolg der Konkurrenz
Nach Angaben von Andrew Kadjeski, Leiter des Brokerage-Bereichs von Vanguard, haben sich die Krypto-ETFs in Phasen hoher Marktvolatilität bewährt. Sie bieten ausreichend Liquidität und die administrativen Prozesse gelten inzwischen als ausgereift. Entscheidend für die Kehrtwende scheint jedoch die steigende Nachfrage der eigenen Kunden zu sein. Viele Anleger wollen Zugang zu Krypto – ein dauerhafter Ausschluss ist für einen Vermögensverwalter kaum haltbar.
Der enorme Erfolg von BlackRocks Bitcoin-ETF verstärkt diesen Druck zusätzlich. Der Fonds verwaltet inzwischen mehr als 62 Milliarden Dollar und gilt als die erfolgreichste ETF-Einführung aller Zeiten. Solche Zahlen lassen sich selbst von einem traditionell agierenden Unternehmen wie Vanguard nicht ignorieren.
Keine Memecoins und keine eigenen Kryptoprodukte
Trotz der Öffnung bleibt Vanguard vorsichtig. Das Unternehmen betont, dass es vorerst keine eigenen Kryptoprodukte entwickeln wird. Auch Memecoin-ETFs, wie das kürzlich gestartete Dogecoin-Produkt in den USA, erhalten keinen Platz auf der Plattform.
Vanguard ist nicht der einzige große Finanzakteur, der seine Haltung überdenkt. Auch JPMorgan erweitert sein Kryptoangebot schrittweise, obwohl CEO Jamie Dimon Bitcoin weiterhin als „wertlos“ bezeichnet. Die Marktdynamik lässt sich jedoch kaum stoppen, und große Banken orientieren sich zunehmend an der Nachfrage ihrer Kunden.
Die Entscheidung von Vanguard zeigt, wie stark sich das Verhältnis zwischen traditioneller Finanzwelt und Kryptowährungen verändert. Selbst die konservativsten Institutionen erkennen inzwischen, dass sie an dieser Anlageklasse nicht mehr vorbeikommen.







